Physoplexis comosa - Schopfige Teufelskralle

Physoplexis comosa
Physoplexis comosa
Junge Pflanze in einer Trockenmauer
Junge Pflanze in einer Trockenmauer

Pflanze des Monats - April 2019

Eine unter Alpinpflanzenliebhabern bekannte und begehrte Pflanze ist die ‚Schopfige Teufelskralle‘ Physoplexis comosa. Wie die anderen Teufelskrallen (Phyteuma) ist auch sie sehr nahe mit den Glockenblumen verwandt.

Ihre natürliche Verbreitung liegt in den Südlichen Kalkalpen vom Comer See bis zum Gartnerkofel in Kärnten. Sie besiedelt dort absonnige Felsspalten in senkrechten Kalk- oder Dolomitfelsen, in Höhen von 1000-2700 m.

Physoplexis comosa ist nicht nur ein auffallende Schönheit sondern auch eine botanisch hoch interessante Pflanze. Neben einigen anderen Pflanzenarten hat die ‚Schopfige Teufelskralle‘ die letzten Eiszeiten auf eisfreien Bergen der Südalpen als ein sogenanntes Tertiärrelikt überdauert.

Aus einer rübenartigen Wurzel treiben im Frühjahr, relativ spät, nierenförmige, gezähnte Blätter aus und bilden ein dichtes Polster. Je nach Herkunft sind die Blätter grün oder graugrün behaart. Die Blätter der Blütenstängel sind eher eiförmig bis lanzettlich. In den halbkugeligen Blütenständen sitzen bis 25 Blüten die zu einer an der Basis bauchig aufgeblasenen und an der Spitze dunkelvioletten Röhre ausgebildet sind.

Im Alpinum gedeiht Physoplexis comosa problemlos wenn man ihre Ansprüche berücksichtigt. Der Pflanzplatz sollte eine der Sonneneinstrahlung abgewandte, nicht zu trockene Kalkfelsspalte sein. Da die Pflanzen klein und kompakt bleiben sind sie auch für die Trogbepflanzung bestens geeignet. Junge Pflanzen aus kleinen Töpfen lassen sich leichter pflanzen und akklimatisieren sich schneller.

Von Kunden und Pflanzenfreunden höre ich immer wieder, dass sie bei Physoplexis große Probleme mit Schneckenfraß haben. Das kann ich allerdings nicht bestätigen. In der Gärtnerei habe ich keine Probleme mit Schnecken.

Schnecken lassen sich relativ sicher mit einem umweltfreundlichen Schneckenkorn wie ‚Ferramol‘ bekämpfen. Die Körner sollten immer wieder weiträumig im und um das Alpinum gestreut werden.

Physoplexis comosa finden Sie in der flora montana – Pflanzenliste.